Rostocker BÜNDNISGRÜNE gegen Fusion der Stadtwerke mit einem Unternehmen der Vattenfall-Gruppe

Die Grünen stehen hinter dem bisherigen Konzept der Rostocker Stadtwerke, das einen doppelten Umweltnutzen bringt.

05.03.08 –

Zur großen Verwunderung der Grünen in Rostock gingen die Stadtwerke Rostock mit einer Pressemitteilung zu einer möglichen Fusion der Stadtwerke Rostock mit der  der Vattenfall-Tochter WEMAG an die Öffentlichkeit. In der letzten Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Rostock am 17. 1. 2008 waren die Fusionsüberlegungen nicht einmal angedeutet worden.

Die Grünen stehen hinter dem Konzept der Rostocker Stadtwerke. Mit einem modernen und möglichst umweltfreundlichen Gaskraftwerk erzeugen die Stadtwerke Strom und Fernwärme. Die Gewinne der Stadtwerke fließen nicht in die Taschen anonymer Aktionäre, sondern dienen zum überwiegenden Teil der Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs in Rostock - ein doppelter Umweltnutzen durch hohe Energieeffizienz für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Diese Fakten sind wichtig für das gute Image der Stadtwerke in Rostock.

Vattenfall hängt sich bisher nur ein grünes Mäntelchen zur Imageverbesserung um - setzt aber im Kerngeschäft auf veraltete fossile und atomare Kraftwerke (77% der Stromproduktion kommen aus diesen Kraftwerken). So ist Vattenfall unter anderem Eigentümerin der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel (beide zurzeit nach Bränden im Juli 2007 abgeschaltet). Außerdem plant Vattenfall das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg.

Wenn Stadtwerke untereinander fusionieren, so kann dies ihre Marktmacht gegenüber den großen Monopolisten in Deutschland stärken. Eine Fusion mit der Vattenfall-Tochter WEMAG würde die Tendenzen zur Monopolisierung am deutschen Strommarkt Vattenfall weiter verstärken. In der Regel rechnen sich solche Fusionen kurzfristig - langfristig zahlt der Verbraucher aber immer dabei drauf.

"Die hohe Identifikation der Rostockerinnen und Rostocker mit ihren Stadtwerken würde bei einer Fusion mit einer Vattenfall-Tochter Schaden nehmen und damit die Entscheidung für einen Stromversorger nur noch dem Preis überlassen. Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und die Frage nach dem Verbleib der Gewinne wären dann zweitrangig. Wir lehnen deshalb die Fusion mit Vattenfall ab!", so Johann-Georg Jaeger, Sprecher des Kreisverbandes Bündnis 90 / Die Grünen Rostock.

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Rostock

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